Reporter ohne Grenzen hat in seinem Bericht zur Pressefreiheit 2025 Deutschland auf Platz 21 von insgesamt 180 Ländern eingestuft. Im Vorjahr lag Deutschland auf Platz 10.
Häufige Gewalt gegenüber Journalist*innen auf Demonstrationen hat dazu geführt, dass sich 2024 die Zahl der von Reporter ohne Grenzen (RSF) verifizierten Übergriffe gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat. Insgesamt 89 Angriffe auf Medienschaffende konnten dokumentiert und geprüft werden (2023: 41). 75 davon waren Angriffe wie Tritte oder Stoßen, aber auch das Bewerfen mit Gegenständen. 38 Fälle körperlicher Gewalt ereigneten sich allein auf Nahostdemonstrationen in Berlin. 21 weitere Angriffe kamen aus dem verschwörungstheoretischen und rechtsextremen Umfeld.
Generell erleben Reporter*innen zunehmende Pressefeindlichkeit und ein verengtes Verständnis von Pressefreiheit. Denn viele Bürger*innen sehen Berichterstattende, die nicht ihrem eigenen politischen Spektrum entstammen, mittlerweile als Gegner an.
Vor allem nach dem 7. Oktober 2023 wurde aus mehreren Redaktionen von einem stark verengten Meinungskorridor bei der Arbeit zu Israel und Palästina berichtet. Unter anderem Auslandskorrespondent*innen schildern aus den Redaktionen äußerst langwierige Kontroll- und Aushandlungsprozesse zu Begriffen, mit denen die israelische Kriegsführung kritisiert wird. Aussagen palästinensischer Quellen und von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch oder den Vereinten Nationen (UNO) würden grundsätzlich in Frage gestellt – anders als solche des israelischen Militärs. Viele Journalist*innen äußern zudem Angst vor Bloßstellung in anderen Medien und auf Social Media.
Noch ausführlichere Informationen zur Lage in Deutschland findet ihr hier.